Von der Uni ins Büro

by Selina / Fanny

Fanny hat bei uns kurz vor Ausbruch der Corona-Zeit ein sechsmonatiges Praktikum gestartet. Erstmals schnuppert die ETH-Masterabsolventin in Angewandter Mathematik Büroluft. Wie die 21-Jährige ihren Alltag erlebt, wie ihr der Switch von der Rolle als Vollzeitstudentin zur Vollzeitangestellten gelingt und wie sie Theorie und Praxis aktuell verknüpfen kann, hat sie uns verraten.

Fanny, was hat dich dazu bewogen, dich bei exanic für ein Praktikum zu bewerben?

Die letzten viereinhalb Jahre habe ich mich vollumfänglich dem Studium gewidmet. Danach sehnte ich mich nach erster Erfahrung im Berufsalltag und fand ein Praktikum dafür ideal. Bei exanic habe ich mich beworben, weil ich Lust auf einen Einblick in eine andere Fachrichtung hatte und mir die Firma einen sehr sympathischen Eindruck machte.

Wie war Deine Gefühlslage am ersten Arbeitstag?

Eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Ich war top motiviert für eine neue Herausforderung - aber auch aufgeregt wegen des neuen Umfelds. Die Nervosität verflog allerdings schnell, da ich sehr freundlich im Team willkommen geheissen wurde.

Wie gefällt Dir der Büroalltag?

Soweit gut. Die Stimmung im Büro ist immer sehr entspannt und ich kann mir meine Arbeitszeit relativ frei einteilen; das schätze ich sehr. Ich schnappe immer mal wieder etwas aus der Softwarewelt auf, was spannend und faszinierend ist. Am Wochenende kann ich vollständig entspannen und muss nicht für die ETH lernen, das ist ein grosses Plus.

Was sind deine Hauptaufgaben bzw. was erarbeitest du in deiner Praktikumszeit?

Im Moment arbeite ich an einer Datenanalyse für e-mergency®, die App für Notfall- und Krisenmanagement. Ich füge die einzelnen Tabellen der Datenbank sinnvoll zusammen und strukturiere sie so, dass sich Aussagen über die Nutzung der App und das Konsumentenverhalten machen lassen. Es ist sehr interessant, hinter die Kulissen der App blicken zu können und zu sehen, ob die Kunden die App wie gedacht nutzen und wo ihr Verhalten von den Erwartungen abweicht.

Normalerweise drückst Du täglich die Schulbank und hörst in den Vorlesungen aufmerksam den Dozierenden zu. Nun bist Du ein vollwertiges Teammitglied in einer Softwareentwicklungsfirma. Wo siehst Du in beiden Bereichen Vor- und Nachteile?

An der ETH setzte ich mich beinahe ausschliesslich mit den Gedanken und Theorien anderer auseinander. Das ist im Praktikum nun anders: Ich kann meine eigenen Ideen einfliessen lassen und mich so aktiv einbringen und meine Arbeit mitgestalten. Das ist sicher ein Vorteil.

Andererseits konnte ich an der ETH aus einer Bandbreite von Fächern auswählen und meinen Alltag so sehr abwechslungsreich gestalten. Diese Vielfalt fehlt mir manchmal, da ich mich meist den ganzen Tag mit den gleichen Themen befasse.

Konntest Du bislang theoretisch Erlerntes vom Studium für die Arbeit in der Praxis einsetzen? Erzähl mal.

Es sind weniger die Konzepte als vielmehr die Denk- und Herangehensweise, die ich im Studium erlernt habe, die mir nun bei meinen Aufgaben helfen. Als Mathematikerin bin ich es mir gewohnt, pedantisch und strukturiert zu arbeiten. Diese strukturierte Denkweise half mir zum Beispiel sehr, den Umgang mit der Datenbanksprache SQL zu erlernen. Fachlich kann ich vor allem auf mein Statistik-Wissen zurückgreifen, obwohl hier die Arbeit mit echten Daten und ohne Musterlösungen für mich neu ist.

Wenn Du auf die vergangenen dreieinhalb Monate zurückblickst. Was hast Du gelernt? Und wirst Du davon speziell etwas für Deine persönliche Zukunft mitnehmen?

Am greifbarsten ist sicher der Umgang mit der Datenbanksprache SQL, den ich erlernen konnte. Viel wichtiger schätze ich allerdings die vielen kleinen Dinge ein, die ich nebenbei mitnehmen konnte. Zum Beispiel das Feeling, Teil eines Teams zu sein oder auch ganz allgemein, die Kultur und Struktur eines Unternehmens kennenzulernen.

Du hast anfangs Jahr nun dein Masterstudium in Mathematik abgeschlossen. Wie sieht Dein Plan nun aus und in welchem Tätigkeitsbereich siehst Du Dich in Zukunft?

Im Herbst werde ich ein Zweitstudium an der Universität St. Gallen aufnehmen. Schon während meines Masterstudiums habe ich zusätzlich zu meinen Mathematik- einige Wirtschafts-Vorlesungen besucht. Dieses Wissen möchte ich gerne vertiefen. Einen konkreten Plan für meinen zukünftigen Tätigkeitsbereich habe ich allerdings noch nicht. Ich bin offen für jegliche Herausforderung und freue mich darauf, mich selbst überraschen zu können.