Mr. Backend aka der Herr der Zahlen

by EXANIC AG - DIGITAL FACTORY

Wenn es im Backend brennt, ist Thomas unser Mann. Er liebt knifflige Aufgaben, weshalb es auch schon mal vorkommen kann, dass er sich bei der Suche nach einem Fehler in der tiefen Welt des Backends verliert. Wir schätzen an Thomas sein hohes fachliches Know-how und seine überlegte Art, welche mit einer grossen Portion Humor ausgestattet ist. Doch da steckt noch viel mehr drin, in unserem Herrn der Zahlen.

Thomas, wie lange bist du nun schon Teammitglied von exanic – Digital Factory?

Im November sind es 14 Jahre.

Das sind ja nun schon einige Jahre. Erzähl mal, wie hat sich das Unternehmen über die letzten Jahre entwickelt?

Ich würde die Entwicklung grob in drei Phasen teilen. Als ich anfing, bestand das Team fast ausschliesslich aus Entwicklern. Selbst die Inhaber, Victor und Patrik, waren nebst Unternehmensführung aktiv an der Programmierung beteiligt. Die ersten Jahre waren zeitweise stürmisch und sehr intensiv, die Last verteilte sich auf wenig Schultern. In einer zweiten Phase konnten wir das Team ein wenig vergrössern. Als wichtige Stützen kamen damals zuerst Mike und später Philipp ins Team. Wir fingen zu dieser Zeit auch an, vermehrt agile Techniken anzuwenden. Das brachte zusätzlich Stabilität in den Entwicklungsprozess, tonangebend waren aber immer noch die Techniker. Mit Technikern alleine macht man aber noch keine guten Produkte. Mit der Etablierung unseres Produkts e-mergency wurde klar, dass wir auch Unterstützung im Bereich Business Development und in der Administration brauchten. Das läutete die dritte und vorläufig letzte Phase ein, in der auch Andrin und Laura zu uns gestossen sind. Als Andrin sogar den Posten des CEO übernahm, war das der Beginn eines Wachstumsschubs: Wir bezogen grössere und hellere Büroräumlichkeiten und konnten unser Team stetig vergrössern, v.a. auch mit jungen Talenten. Wir haben jetzt ein sehr vielseitiges und dynamisches Team, mit dem wir viel bewegen können.

Wie kam es dazu, dass du heute als Software Engineer tätig bist?

Das frage ich mich auch jeden Tag aufs Neue! Mit Informatik bin ich erst ziemlich spät in Kontakt gekommen. Aufgewachsen bin ich in einem Haushalt ohne Computer, was aber in den 80er-Jahren nicht sonderlich ungewöhnlich war. Den ersten Kontakt mit Programmierung hatte ich im Gymnasium. Das fand ich damals zwar interessant, konnte mir aber noch nicht vorstellen, das auch beruflich zu machen. Nach der Matura habe ich mich an der ETH Zürich für ein Physikstudium eingeschrieben. Im ersten Jahr hatten wir aber fast nur Mathematik, zusammen mit den Mathematikstudierenden. Und das gefiel mir sogar, insbesondere die Rigorosität der mathematischen Beweisführung. Trotzdem fühlte ich mich deplatziert und merkte, dass mir die nötige Intuition fehlte und ich in diesem Fach immer nur ein Lernender und nie ein Schaffender sein würde. Zum Glück hatten wir auch Informatik als Pflichtfach. Hier war alles anders, hier konnte ich oft voraussehen, was die nächsten Schritte sein werden. Trotzdem brauchte ich noch ein Jahr, bis ich mich endgültig für die Informatik entscheiden konnte. Meine Schwerpunkte im Informatikstudium waren dann Theoretische Informatik und Software-Engineering.

Du bist als Entwickler vordergründig im Backend zuhause. Was fasziniert dich an deiner Arbeit?

Mich interessieren Algorithmen und Problemstellungen, die sich damit lösen lassen. Im Frontend gäbe es dafür sicher auch Anwendungen, doch liegt dort der Schwerpunkt oft auch im Visuellen. Ein Bereich, der für mich analytisch eher schwer zu fassen ist.

Gibt es auch Aufgaben, die dir so gar nicht liegen?

Projektmanagement mache ich nicht gerne. Ich beziehe gerne alle Meinungen mit ein. Mir fällt es dann schwer, klare Entscheidungen zu treffen.

Was würdest du nebst deinen analytischen Fähigkeiten sonst noch als deine Stärken bezeichnen?

Bei Diskussionen sehe ich mich auch als Moderator. Wenn ich merke, dass in Diskussionen eine Stimme unterzugehen droht, setze ich mich dafür ein, dass auch diese Stimme gehört wird. Ich hinterfrage auch gerne vermeintliche Gewissheiten.

Wie gestaltest du deine Freizeit?

Das kommt sehr drauf an. Im Sommer bin ich gerne mit dem Velo unterwegs oder gehe auch mal für einen Tagesausflug in die Berge. Auf meinen Reisen fotografiere ich gerne. Zu anderen Zeiten lese ich gerne, verfolge mal ein privates Projekt oder baue Luftschlösser.

Du hast ja schon einige Male Japan bereist. Was fasziniert dich an diesem Land besonders?

Japan ist sehr abwechslungsreich: Von der Grossstadt zur wilden Natur. Japan ist auch sehr einfach zu bereisen. Mit dem Shinkansen sind die Zentren fast aller Landesteile einfach zu erreichen. Nur wenn man wirklich aufs Land will, stösst man mit dem öffentlichen Verkehr an gewisse Grenzen. Aus kultureller Sicht sind die vielen Tempel eine Attraktion. Oftmals sind die wichtigen Tempelanlagen in die Natur eingebettet. Fotomotive gibt es haufenweise. Bei meinen letzten Besuchen habe ich schliesslich auch Gefallen an den Onsen (Bäder an heissen Quellen) gefunden.

Wenn du einen Tag in die Rolle unseres CEOs Andrin schlüpfen könntest, was würdest du machen?

Den ganzen Tag blau machen natürlich. Das ist ja gerade der Witz, dass ich nicht CEO sein muss.

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit – egal ob tot oder lebendig – treffen könntest: wer wäre es und warum?

Eigentlich mache ich mir nicht so viel aus Berühmtheiten. Wenn es aber doch einer sein soll, dann Hayao Miyazaki, Mitbegründer des Studio Ghibli. Im Anime-Bereich hat er und das Studio Ghibli Massstäbe gesetzt. Im Zentrum seiner Werke steht der selbstbestimmte aber verantwortungsvolle Mensch. Seine Filme sind ein Plädoyer für den freien Menschen, gegen Krieg, gegen Autoritarismus und Machtmissbrauch.

Nun kommen wir zur krönenden Abschlussfrage: hast du eine Lebensweisheit, die du gerne mit uns teilen möchtest?

«Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.»

Das mag ein wenig hochtrabend klingen, ist für mich aber die wichtigste Voraussetzung für eine freiheitliche Gesellschaft. Das kann es natürlich mit sich bringen, dass man sich in Konflikt mit Kollegen, Vorgesetzten oder allgemein Autoritäten begibt. Diese Spannung gilt es aber von allen Seiten auszuhalten. Auflösen kann man sie, wenn überhaupt, nur durch eine offene und redliche Diskussion.